SONY DSC
Tipps

Warum pflanzlich (vegan)? Teil 2 – Jenseits des Tellerrandes

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Dies wiederspiegelt sich im Bekannten, der vermehrt auf Fleisch verzichtet, in der Werbung bekannter Zuckerwasser-Hersteller sowie im wachsenden alternativen Angebot der grossen Supermarktketten. Wir sind uns bewusst, dass wir nur diesen einen Planeten zum Leben haben und passen im Kleinen wie im Grossen unseren Lebensstil dieser Erkenntnis an. Dazu gehören Dinge wie der Verzicht auf unnötigen Plastikabfall oder das bewusst seltene Fliegen. Doch wie weit der Einfluss unserer Ernährung reicht, wieviel in unserer Hand liegt und wie wir essend die Welt verändern können, ist uns meist gar nicht bewusst.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, weniger tierische Produkte wie Eier, Milch und Fleisch zu sich zu nehmen oder verzichten gänzlich darauf. Die Gründe für eine vermehrt pflanzliche und vegane Ernährung sind vielfältig. Vor bald zwei Jahren haben wir einen Artikel zu den Gründen für eine pflanzliche Ernährung veröffentlicht. Darin haben wir unter anderem unseren persönlichen Standpunkt erklärt.

In diesem Artikel wagen wir nun den Blick über den Tellerrand und stellen dir die globalen Zusammenhänge der pflanzlichen Ernährung vor. Hier der zweite Teil unserer Antwort zur Frage „Warum pflanzlich (vegan)?“.

Weshalb der Fokus auf die Ernährung?

Nebst den Bereichen Mobilität, Wohnen und Freizeit macht in der Schweiz die Ernährung den grössten Teil unseres persönlichen ökologischen Fussabdrucks aus. Rund 30 Prozent.


Unter dem ökologischen Fussabdruck verstehen wir die Fläche, die nötig ist um unseren Lebensstil auf der Erde dauerhaft zu ermöglichen. 1 Planet wäre der Idealwert. Würden alle Menschen so leben wie der durchschnittliche Schweizer würden wir 3.3 Planeten benötigen.

Wie wir uns ernähren, haben wir grösstenteils selbst in der Hand. Die meisten von uns essen mehrmals täglich, weshalb es sich für einen nachhaltigen Lebensstil insbesondere lohnt, die eigene Ernährung nachhaltiger zu gestalten.

Fleisch und Futtermittel

Fleisch, Eier und Käse sind in der Produktion viel energieaufwändiger als Obst und Gemüse. Gemäss World Watch stammen 51% der globalen Treibhausgase aus der Nutztierhaltung. Ein grosser Teil davon ist auf die Futtermittel aus Soja und Mais zurückzuführen. Der Mais, der direkt von Menschen verzehrt werden könnte, wird Nutztieren wie Kühen verfüttert, welche eigentlich Gras fressen. Bis ein solches Tier ausgewachsen ist, wird ihm ein Vielfaches dessen, was einen Menschen satt machen würde, verfüttert. Was für einen grossen Unterschied dies zu pflanzlichen Lebensmitteln ergibt, kann man sich denken.

In anderen Worten ausgedrückt wird für die Produktion von tierischen Lebensmitteln im Schnitt 25 Mal mehr Energie benötigt als für die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln.

Dazu kommt, dass ein Grossteil dieser Futtermittel – nicht nur die Tiere oder die tierischen Produkte selbst – durch die ganze Welt transportiert werden, wie im Beispiel des Sojas aus Brasilien. Deshalb stecken in Schweizer oder regionalem Fleisch, Milch oder Ei oft nicht nur die Region der Verarbeitung selbst, sondern auch alle Transportwege und Ressourcen zur Gewinnung der Futtermittel in anderen Ländern.

Vergleichen wir daher angesichts der beiden oben genannten Punkte regionale tierische Produkte wie Rinderfleisch mit pflanzlichen Produkten aus dem Ausland ist der ökologische Impact der weit hergereisten pflanzlichen Produkte zum direkten Verzehr um einiges kleiner.

Eine nachhaltige Ernährung

WWF-Schweiz hat zusammen mit ESU-services verschiedene Ernährungsstile nach ihrer Treibhausgasbilanz durchleuchtet.


Quelle: Ökoprofil von Ernährungsstilen, ESU-services GmbH, 2015
*Zusatz von Journey to Real Life zum Vergleich mit einer veganen Ernährung mit FOODprints® Empfehlungen.

Gemäss dem Vergleich ist die vegane Ernährungsweise vor der vegetarischen Ernährungsweise, diejenige, welche die geringste Menge an Treibhausgasen ausstösst. Es ist jedoch auch zu sehen, dass es generell einen grossen Unterschied macht, weniger tierische Produkte zu konsumieren.

Die in der Grafik erwähnte FOODprints® Ernährung beinhaltet Ernährungsempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, welche unter anderem einige der nachfolgend aufgelisteten Tipps enthält.

Hier drei gut umsetzbare Tipps für eine nachhaltige Ernährung mit einem grossen Impact.

  • Überwiegend pflanzliche Lebensmittel konsumieren und auch beim Auswärtsessen des Öfteren die vegetarische oder vegane Option wählen
  • Nur so viel wie nötig einkaufen und Essensreste aufbewahren und wiederverwerten
  • Beim Einkauf auf Produkte aus fairer biologischer oder Demeter Landwirtschaft achten

Gemäss unserer Definition gehören zu einer nachhaltigen Ernährung sowohl die oben genannten Umweltaspekte, soziale Aspekte sowie auch die Gesundheit und der Genuss. Die Ernährungsform, welche man für sich wählt, ist nur dann nachhaltig, wenn man sie auch nachhaltig geniessen kann.

Wie sieht eine nachhaltige Ernährung für dich aus?

Die in diesem Artikel genannten Gründe bestärken mich in meiner Entscheidung, die ich vor bald drei Jahren getroffen habe, mich rein pflanzlich vegan zu ernähren. Seitdem konnte ich schon viele neue leckere Geschmäcker und Kochkonzepte kennenlernen, welche ich nicht mehr wegdenken möchte. Zudem bereichert uns zu Hause auch die regionale biologische Ausrichtung unserer Nahrungsmittel sehr, da wir immer wieder interessante neue Zutaten kennenlernen und das Kochen mit frischen Produkten einfach schmeckt.

In der Rubrik Rezepte auf unserem Blog findest du viele pflanzliche Inspirationen :-).

Prosper

Warum pflanzlich (vegan)? Teil 1

Verwandte Artikel

Keine Kommentare

Leave a Reply