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Sauberes Trinkwasser

Alle 8 Sekunden stirbt ein Kind infolge von verunreinigtem Wasser. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Jeder siebte Mensch hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, jeder dritte lebt ohne Toiletten oder Latrinen.

Gründe dafür sind die Verbreitung der industriellen Landwirtschaft, der steigende Fleischkonsum, der Klimawandel und unsere eigenen täglichen Entscheidungen als Individuen.

Bisher dachte ich mir, im Wasserschloss Schweiz müssten wir uns keine Sorgen um die Wasserversorgung machen. Das Beste, was wir tun können, sei Organisationen zu unterstützen, welche Menschen helfen, die keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser haben. Doch ist das wirklich alles? Und ist unser Wasser wirklich so sauber wie wir denken?

Die «Initiative für sauberes Trinkwasser» hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass sauberes Trinkwasser eine strukturelle Herausforderung ist, welche auch die Schweiz betrifft. Was ich in Folge dessen herausfand hat mich schockiert, verwundert, nachdenklich gemacht und mich weiter auf meiner Journey bestärkt. Mein neu gewonnenes Bewusstsein möchte ich dir in diesem Artikel weitergeben.

Hier die Herausforderungen zu sauberem Trinkwasser und was wir in unserem eigenen Leben tun können, um lokal mit globalem Impact für sauberes Trinkwasser einzustehen.

Umweltgifte in der Agrikultur – Herbizide, Pestizide, Insektizide, Fungizide


Marco Vonmoos®

Das gleiche Feld auf derselben Wiese, rechts mit Herbiziden besprüht, welche alles Leben ausrotten, und links mit einem Kinderspielplatz ohne direkte Herbizid-Besprühung.

In unserem Trinkwasser befinden sich Rückstände von Umweltgiften wie Herbiziden und Pestiziden. Zurzeit diskutieren Staaten weltweit darüber, ob solche Umweltgifte wie die Produkte Glyphosat oder Roundup verboten werden sollten, da sie auf den Menschen krebserregend wirken.

Die Umweltgifte, welche in der industriellen Landwirtschaft grossflächig eingesetzt werden, gelangen in die Böden, wodurch letztere Jahr für Jahr unfruchtbarer werden. Durch Regen werden diese Stoffe direkt in das Grundwasser geschwemmt. Dieses Wasser kann nicht an Abwasserreinigungsanlagen angeschlossen werden.

Auswirkung von Herbiziden auf den Boden
Auswirkung von Herbiziden auf den Boden – Marco Vonmoos®.

Mit dem Einkauf von lokalen Bio- und biodynamischen Demeter-Produkten haben wir einen direkten Impact darauf, wie in unserer eigenen Umgebung produziert wird. Lokal deshalb, weil die lokale Landwirtschaft ansonsten keine Anreize zur Veränderung hat, da unsere Bedürfnisse durch Importprodukte gedeckt wären. Zudem lohnt es sich öfters auf den Markt zu gehen, um von Bio-Bauern auch nicht perfekt aussehende Früchte und Gemüse einzukaufen, welche übrigens nicht immer teurer sind als die Bio-Produkte in den grossen Lebensmittelgeschäften.

Durch die steigende Nachfrage werden Produzenten konventioneller Lebensmittel dazu angetrieben, auf eine nachhaltiger umweltgiftfreie Landwirtschaft umzusteigen.

Die Nahrungsmittelproduktion findet nicht in Glaskuppeln statt und die Umweltgifte verteilen sich deshalb von konventionellen Höfen auch an alternative Höfe und in unser gesamtes Grundwasser. Wenn wir jedoch gemeinsam an einem Strang ziehen und mit unserem Einkauf Produzenten fördern, welche mit weniger Umweltgiften arbeiten, können wir die Welt von morgen mitgestalten.

Gülle und Mist

In Zukunft werden möglicherweise heute gewöhnliche Krankheiten durch Antibiotikaresistenzen nicht mehr geheilt werden können. Es kommen immer mehr antibiotikaresistente Bakterien in den menschlichen Körpern vor. Diese kommen durch die Ernährung wie auch durch das Wasser zu uns.

36% des Wassers in der Schweiz enthält multiresistente Keime, welche sich zum Teil mit den heutzutage wirksamsten Antibiotikamedikamenten nicht behandeln lassen. Dies bedroht die Gesundheit von Mensch und Tier (Universität Zürich).

Gründe dafür sind Gülle und Mist in der Nutztierhaltung sowie auch menschliche Fäkalien.

In der Nutztierhaltung werden unter hohem Stress stehende Tiere vorsorglich mit Antibiotika behandelt, damit sie nicht krank werden. Durch die regelmässige Anwendung von Antibiotika entstehen resistente Keime, welche durch Gülle und Mist auf die Felder gelangen und sich weiter in den Wasserkreislauf bewegen.

Auch menschliche Fäkalien, welche wir auf Toiletten mit sauberem Wasser spülen, landen mit den Medikamenten, die wir einnehmen, im Trinkwasser.

Aus diesem Grund sind für Menschen zum Teil schon Trockentoiletten im Einsatz, wie im Beispiel des Spitals Vaduz in Liechtenstein.

CLOsac Trockentoilette im Spitall
Quelle: www.closac.com

Durch die Reduktion des persönlichen Konsums tierischer Produkte und durch die Unterstützung von Initiativen wie die Initiative Sauberes Trinkwasser können wir in diesem Bereich einen strukturellen Wandel fördern.

Biodiversität

Schweizer biodiversität

In Folge unseres Umgangs mit der Erde und unserem Wasser leidet auch die Biodiversität. Unter Biodiversität, die Vielfalt des Lebens, versteht sich die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Pilze. Alle Lebewesen sind voneinander abhängig. Da gehört auch der Mensch dazu. Auf dem Weg der Herbizide, Insektizide, Fungizide und Pestizide ins Wasser sterben nicht nur Schädlinge, sondern auch Insekten, Bienen und andere Kleinstlebewesen. Die Biodiversität bildet sich zurück und dadurch auch unsere Nahrungsmittelsicherheit und unsere Gesundheit.

Die Biodiversität aktiv fördern können wir mit unserem Einkauf, indem wir zu den uns bekannten Nahrungsmitteln auch seltene Nahrungsmittel wie gelbe Randen oder violette Karotten einkaufen.

Ich bin froh, konnte ich mehr über das Thema sauberes Trinkwasser erfahren, und hoffe damit auch dir etwas auf deinem Weg mitgegeben zu haben.

Wenn dir der Artikel gefällt, freuen wir uns über Kommentare, Shares und Likes.

Grüsse
Prosper

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