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Rezepte, Tipps

Kochbuch Review: „Vibrant Food“ & Geröstete Knollen mit Chimichurri

Es wird herbstlich. Die heissen Tage in der Schweiz sind vorbei. Dieser reichhaltige Sommer war wirklich wunderbar. Wir haben so unglaublich viele tolle Momente erlebt.

Während den ersten Sommertagen verfasste ich unseren ersten Blogartikel, in dem ich das Rezept meines geliebten Erdbeertiramisus beschrieb. Mittlerweile sind viele andere Rezepte inklusive Rezeptübersicht, das grösste Bio-Restaurant-Verzeichnis der Schweiz, mehrere Restaurant-Reviews, zwei total inspirierende Portraits und viele weitere Artikel dazugekommen. Auch auf Facebook, Instagram, Pinterest und Youtube sind wir aktiv. Ich habe bereits nach einem halben Jahr das Gefühl, dass ich unglaublich viel über das Bloggen gelernt habe. Das motiviert mich natürlich umso mehr, weiterzumachen.

Kürzlich beschloss ich, euch meine liebsten Kochbücher zu präsentieren, indem ich einige Fragen dazu ausführlich beantworte und ein nachgekochtes Rezept mit euch teile. Bereits erschienen ist das Review zu Attila Hildmann’s Vegan to Go, woraus ich das Rezept für selbstgemachte Wraps mit Text und Video präsentierte. Heute möchte ich euch das wunderschöne Kochbuch „Vibrant Food“ vorstellen. Das ausgewählte Rezept besteht aus Knollengemüse, das man in der Schweiz zurzeit bestens aus regionaler Produktion kaufen kann. Als Sauce dazu schlägt die Autorin ein argentinisches Chimichurri vor.

Hier mein Review zum Kochbuch „Vibrant Food“ von Kimberley Hasselbrink.


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Vibrant Food
Autor: Kimberley Hasselbrink
Verlag: Ten Speed Press

Kimberley Hasselbrink ist eine Fotografin und Food Bloggerin aus San Francisco. Auf ihrem Blog „The Year in Food“ zelebriert sie das saisonale Essen.

Wer ist Kimberley Hasselbrink?

Die in San Francisco lebende Kimberley Hasselbrink ist durch ihren Blog „The Year in Food“ bekannt geworden. Kochen war für sie seit der Kindheit ein Thema. Die grosse Kochbüchersammlung ihrer Mutter inspirierte sie dazu, selber in der Küche kreativ zu werden. Beruflich kam sie aber nur über Umwege dazu, ihre Kreativität dem Essen zu widmen. Ihre Ausbildung machte sie als Möbeldesignerin an einer Kunstschule. Schliesslich entdeckte sie jedoch eine Leidenschaft für Fotografie und für Essen. Besonders gerne hat sie selbst zubereitetes Essen oder unverarbeitete Zutaten in ihrer natürlichen Schönheit vor der Linse. Aus Faszination für die individuelle und verschiedenfarbige Vielfalt an essbaren Pflanzen, die jede Saison des Jahres bietet, pflanzt sie einen Grossteil ihres Gemüses, ihrer Früchte und ihrer Kräuter selber an.

Wie sind die Rezepte?

Basierend auf dem Fokus auf saisonalem Essen sind die Rezepte in „Vibrant Food“ nach Jahreszeiten geordnet. Innerhalb der vier Jahreszeiten sind sie wiederum gruppiert nach Zutaten, welche jeweils die Basis für einige Rezepte bilden. Kimberley Hasselbrink ist weder vegan, noch vegetarisch. Dennoch sind es viele ihrer Rezepte, weil sie von pflanzlichen Nahrungsmitteln einfach begeistert ist. In den Rezepten und auf den Fotos merkt man klar, dass Kimberley Hasselbrink einen Hintergrund als Designerin hat. Die Grundlage der Gerichte ist nämlich immer eine Zutat mit einer starken Farbe. Meistens ist dies eine Gemüsesorte. Die Rezepte sind alle glutenfrei. Wenn das nicht in der Einleitung des Buches erwähnt wäre, hätte ich es jedoch gar nicht gemerkt. Denn die Rezepte sind total vielfältig und enthalten trotzdem keine speziellen Zutaten, die für die glutenfreie Ernährung typisch sind. In „Vibrant Food“ hat es ein bisschen von allem: Hauptspeisen, Frühstück, Desserts, Getränke und Häppchen. Die Rezepte sind teilweise ganz einfach und teilweise eher aufwändig. Mir gefallen die besonderen kulinarischen Kombinationen. Chimichurri ist zum Beispiel eine Sauce, die in Argentinien zu grilliertem Fleisch serviert wird. Kimberley Hasselbrink verwendet es als Dressing für einen bunten Knollensalat.

Was gibt es sonst noch zu finden?

Zu jedem der vier Kapitel gibt es eine kleine Einleitung bezüglich den saisonalen Gemüse- und Fruchtsorten der entsprechenden Jahreszeit. Kimberley Hasselbrink macht sich dabei viele Gedanken zu den Farben, die zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres dominieren. Zu jedem Rezept schreibt sie in einem kleinen Text, wie es entstanden ist und weshalb sie welche Zutaten verwendet. In „Vibrant Food“ kann man ausserdem lernen, wie man mit Blüten kocht. Auch andere Zutaten, von denen ich schon oft gehört habe, aber nicht wusste, wie man sie zubereitet, wurden mir vertraut gemacht. Rhabarber, Quitte und Brennessel köstlich zu verwerten, ist gar nicht so schwierig.

Was ist besonders gut?

Ein Hauptanliegen von Kimberley Hasselbrink ist die Förderung des saisonalen Kochens und des intuitiven Essens, was ich natürlich super finde. Unter „vibrant“ versteht sie die Kombination von Aussehen (möglichst farbig), Geschmack und Textur des Essens. Diese drei Komponenten machen für sie ein gutes Gericht aus. Eine sehr interessante Herangehensweise ans Rezeptkreieren, die ihr durchaus gelungen ist, wie ich finde. Jedes einzelne Rezept ist mit einem wunderschönen Foto illustriert. So macht Nachkochen richtig Spass! Auch zwischen den Rezepten, in der Einleitung und am Schluss sind unglaublich schöne Fotos zu finden. Kimberley Hasselbrinks Fotografiestil ist etwas rustikal und sehr naturnah. Beim Durchblättern des Buches kommt man dadurch in eine ganz andere, alltagsferne und inspirierende Welt. Wie gesagt, bieten die Rezepte viele spezielle Kombinationen, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Durch die Texte, die Fotos und die ausgeklügelten Rezepte in „Vibrant Food“, merkt man, mit wieviel Liebe dieses Buch erstellt wurde.

Was könnte besser sein?

Die Rezepte sind etwas wild durcheinander gemischt. Zwar sind sie nach Jahreszeiten geordnet, nicht aber nach Gerichtart. Wenn man beispielswiese gezielt nach Dessertrezepten sucht, ist das ein Hindernis. Teilweise kann jedoch der Index am Schluss behilflich sein.

Wem und wieso empfehle ich das Buch?

Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne saisonal kochen möchten. Auch wer mehr Farbe in seine kulinarischen Zaubereien bringen und ein Bewusstsein für die schöne Zubereitung von Essen entwickeln möchte, wird von „Vibrant Food“ profitieren. Food Fotografen werden durch die tollen Bilder bestimmt inspiriert. Falls du nicht selber fotografierst, aber mehr Freude am Kochen hast, wenn das Rezept mit einem schönen Foto illustriert ist, empfehle ich dir dieses Kochbuch natürlich ebenfalls. Zudem ist „Vibrant Food“ ideal für Leute, die gerne mit unterschiedlichsten Gemüsen, Früchten oder anderen Zutaten (wie z.B. Krabben) experimentieren. Man wird wahrhaftig dazu befähigt, mit wenig Aufwand und mit bekannten Zutaten absolut Grossartiges zu kochen!

Rezeptbeispiel

Ein tolles und typisches Rezept aus dem Kochbuch „Vibrant Food“ finde ich den farbenfroh leuchtenden Knollensalat mit einem intensiven Chimichurri aus frischen Kräutern.

GERÖSTETE KNOLLEN MIT CHIMICHURRI

pflanzlich (vegan), sojafrei, laktosefrei, glutenfrei

für 8 Personen

Zubereitungszeit:

Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten:

  • ca. 2 kg Knollengemüse (ich habe 1 Rote Beete, 1 Knollensellerie, 8 Radieschen und 4 Karotten genommen)
  • 60 ml Olivenöl
  • 2 EL Rotweinessig
  • 1 Schalotte
  • 1 Bund frische Petersilie
  • 1 Bund frischer Oregano (da ich in meiner Nähe nirgends biologischen Oregano kaufen kann, habe ich ihn einfach mit dem Basilikum auf unserem Balkon ersetzt)
  • 1 TL roten oder schwarzen Pfeffer (gemahlen)

Anleitung:

Um die Knollen zu rösten, musst du zuerst den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Platziere die halbierten und geschälten Knollen auf einem Backblech oder in einer grossen Gratinform. Besteche sie mit einer Gabel und bedecke sie mit einem zweiten Backblech, einem ofenfesten Deckel oder Alufolie. In „Vibrant Food“ wird vorgeschlagen, die Knolle ganz und ungeschält zu backen. Ich finde jedoch besser, Energie zu sparen, indem der Ofen weniger lange läuft, und den Röstgeschmack dadurch zu intensivieren, dass grössere Flächen der Knolle an der Oberfläche sind. Für das Chimichurri schneidest du die Schalotte in Ringe und hackst die Petersilie sowie den Basilikum. Ich habe die Schalotte noch 5 Minuten im Ofen geröstet, weil ich sie so lieber mag, obwohl es im Originalrezept nicht vorgeschlagen wird. Mische die Schalotte und die Kräuter in einer kleinen Schale gut mit dem Olivenöl, dem Rotweinessig, dem Pfeffer und etwas Salz. Nach 30 bis 45 min Backzeit kannst du die Knollen aus dem Ofen nehmen. Schneide sie in runde Scheiben, lege sie in einen grossen Teller und verteile das Chimichurri darüber.

Links sieht ihr das schöne Foto aus dem Buch „Vibrant Food“. Da ich keine gelben Knollen hatte, ergänzte ich das Gericht mit kräftig orangen Karotten. Ganz im Sinne von Kimberley Hasselbrinks Art zu kochen, wollte ich es nämlich möglichst bunt gestalten.

Hier kannst du das Buch kaufen:

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Kennst du dieses Kochbuch? Was ist deine Meinung dazu?
Wie wichtig findest du es, saisonal und bunt zu kochen?

Ich freue mich, eure Antworten in den Kommentaren zu lesen, und hoffe, dass dieses Kochbuch Review hilfreich war.

Herzlich
Lisa

P.S. Falls dir der Artikel gefällt, freuen wir uns über Shares und Likes.

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