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Kreisläufe schliessen dank Würmerkot

Als wir im Frühling in eine neue Wohnung umgezogen sind, haben wir uns viel Gedanken gemacht, wie wir unser neues zu Hause möglichst nachhaltig, eher simpel und dennoch richtig schön und gemütlich einrichten können. Unter anderem sind wir dabei auf die Idee eines Wurmkomposts gestossen. So haben wir recherchiert, welche Produkte es gibt. Besonders spannend fanden wir das Schweizer Projekt WormUp. Deshalb haben wir das junge wurmbegeisterte WormUp Team sogleich angeschrieben mit dem Vorschlag, dass wir über ihr Produkt berichten können und im Gegenzug eine Vergünstigung erhalten. Nachdem sie zusagten, wurde eine WormUp-Schulung hier in Fribourg, im Unverpackt-Laden Atout Vrac gleich neben unserem Restaurant Bliss, organisiert. Prospi nahm an der Schulung teil und erhielt viele Informationen zum Umgang mit dem Wurmkompost. Nach Hause kam er mit dem schweren und ästhetischen Teil, das nun unseren ehemaligen leuchtgrünen Plastikkomposteimer ersetzt und bestens zu unserer grossen und schönen Küche passt.

Weshalb ein Wurmkomposter?

Obwohl das Design des WormUp Komposts tatsächlich sehr gelungen ist, ist die Ästhetik natürlich nicht der Hauptgrund, sich einen Wurmkompost anzuschaffen. Die Vision hinter dem Produkt handelt sich um geschlossene Kreisläufe, ganz im Sinne der Permakultur im kleinen Stil. Dank dem Wurmkompost gelangt ein Teil des Abfalls, den wir produzieren, nicht ausserhalb unseres Haushalts. Stattdessen wird er in nährstoffreichen Dünger umgewandelt, den wir wiederum für unsere Pflanzen benutzen können. In diesem natürlichen Kreislauf gibt es eigentlich gar keinen Abfall, denn alles Entstandene wird in Nutzen umgewandelt.

Wie genau funktioniert es?

Das Prinzip von Wurmkompostierungssystem ist ganz einfach und kommt so auch in der Natur vor. Der Wurmkompost wird zu Beginn mit ein wenig Erde und vielen Würmern gefüllt. Die Würmer ernähren sich von den Rüstabfällen und anderen kompostierbaren Elementen, die zu ihnen gelangen. Der Kot der Würmer dient als äusserst nährwertreicher Dünger.

Woche 1: Erste Begegnung mit den Würmern

Einige Tage nachdem Prospi an der Schulung teilgenommen und den Kompost gekauft hatte, erhielten wir die Würmer vermischt mit etwas Erde in einem per Post verschickten Paket. Das Ankunftsdatum wurde uns mit einer Mail im Voraus mitgeteilt. Da wir an diesem Tag spät nach Hause kamen, haben wir die Würmer sogleich in den Kompost gegeben. Dafür mussten wir den Kompost natürlich zuerst aufstellen, was insbesondere dank den Anleitungen an der Schulung total einfach war. Um ausreichend Feuchtigkeit zu garantieren, haben wir etwas Wasser und feuchten Karton hinzugefügt. Ebenfalls fütterten wir die Würmer zum ersten Mal mit ein wenig Rüstabfall und toten Blättern unserer Zimmerpflanzen.

Woche 2: Schimmel ist normal

Nach und nach haben wir weitere Rüstabfälle hinzugefügt. Zu unserem Erstaunen hat sich dabei eine sehr grosse Schimmelblüte gebildet. Obwohl wir aus der Schulung bereits wussten, dass Schimmel auftreten kann, waren wir uns unsicher, ob dieses Ausmass normal ist. Deshalb haben wir das WormUp Team kontaktiert und wurden kurz darauf mit einer Antwortmail beruhigt.

Woche 3: Es spriesst!

Der Rüstabfall-Berg wuchs und wuchs und wir waren uns nicht sicher, ob ein Teil davon tatsächlich auch abgebaut und sich daraus Erde gebildet hatte. Deshalb beschlossen wir, ab diesem Zeitpunkt etwas weniger Rüstabfälle hinzuzufügen, bis eine klare Veränderung sichtbar würde. Die Schimmelblüte hingegen war verschwunden. Stattdessen haben die Kürbiskerne, die wir in den Kompost gegeben hatten, zu spriessen begonnen.

Woche 4: Abwarten und Feuchtigkeit kontrollieren

Da wir immer noch sehr viel Kompost im Vergleich zu Erde auffanden, beschlossen wir, vorerst eine Weile gar keine neuen Rüstabfälle in den Kompost zu geben. Auf der WormUp Webseite lasen wir nochmals nach, wie das genaue Vorgehen in der Startphase ablaufen sollte. Da regelmässig erwähnt wird, wie wichtig die richtige Feuchtigkeit ist, kontrollierten wir diese regelmässig. Ab und zu gaben wir wieder in Wasser getränkte Kartonstücke von fertigen Toilettenpapierrollen hinzu.

Woche 5: Das schwarze Gold wird langsam sichtbar

Nachdem wir eine Weile nur noch sehr kleine und feine Rüstabfälle wie Salatblätter hinzugefügt hatten, sah es nun so aus, als ob die Würmer endlich mit dem Abbauen nachgekommen waren. Der Anteil von Rüstabfällen im Vergleich zu Erde hatte sich drastisch verkleinert. Das schwarze Gold, also die nährwertreiche Erde, wurde langsam sichtbar. Ohne dass wir weiter Flüssigkeit hinzugefügt hatten, blieb das Ganze ziemlich feucht.

Woche 6: Ernte des Düngers

Endlich war es soweit! Wir haben den ersten Dünger geerntet und einer Zimmerpflanze, der es offensichtlich nicht so gut ging, gegeben. Nun hoffen wir, dass diese damit neu aufblühen wird. Natürlich wäre der Dünger auch ideal für Balkon- oder Gartenbepflanzung, doch für uns wird dies erst im Frühling aktuell werden. Wir freuen uns, bis dann einen mit schwarzem Gold gefüllten Wurmkompost zu haben.

Fazit: Wem empfehlen wir den Wurmkompost?

Wir empfehlen den WormUp Wurmkompost insbesondere Menschen, die Pflanzen besitzen – seien es Zimmer-, Balkon- oder Gartenpflanzen – und diese mit einem hervorragenden, natürlichen, kostengünstigen und verpackungsfreien Dünger nähren möchten. Ausserdem eignet sich der Wurmkompost für alle, die oft Früchte und Gemüse verarbeiten und die nicht essbaren Anteile davon in einen Kreislauf bringen möchten, um somit keinen Abfall zu produzieren. Hervorzuheben ist auch, dass der Wurmkompost allen zu empfehlen ist, die sich einen ästhetischen und geruchsfreien Kompost wünschen.

Viele liebe Grüsse

Lisa

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