Meditation
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Einführung in die Meditation

Meditation ist diese Sache, deren Vorteile so heilend und lebensverändernd sein sollen und wir uns doch nur schwer überwinden können, uns die Zeit dafür zu nehmen.

Stressbezogene Krankheiten wie Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, Burnouts und Süchte scheinen schon fast normal. In unserer Gesellschaft, die auf Leistung getrimmt ist, steht das stille Dasitzen und „Nichts tun“ dazu im starken Kontrast. Doch ist es nicht gerade deshalb notwendig?

Das Thema Meditation hatten wir in einem früheren Artikel mit dem Namen Spiritualität im Alltag schon einmal erwähnt. Während der genannte Artikel eher theoretisch war und auch andere Aspekte der menschlichen Spiritualität behandelte, steht hier der praktische Umgang mit Meditation im Fokus.

Meditative Praktiken sind schon seit meiner frühesten Kindheit ein Teil von mir. Ich fühlte mich von klein auf zu der Ruhe hingezogen. Gemäss den Erzählungen meiner Mutter habe ich im Alter von zwei Jahren begonnen, drei bis vier Mal am Tag je 15 bis 30 Minuten zu meditieren. Während dieser Zeit sass ich im Schneidersitz in der Ecke eines Raumes und liess mich weder von Rufen noch von Berührungen stören. Diese Gewohnheit liess mit neun Jahren nach, als ich begann, häufig Bücher und Comics zu lesen, die mich in einen neuen Bann zogen. Die Meditation ist mir jedoch seit jeher ein treuer Begleiter und hilft mir in einer Welt, in der immer viel los ist, innere Kraft und Ruhe zu kultivieren. Diese Quelle der Kraft möchte ich mit dir teilen.

Wie Meditation auch dir mehr Ruhe, Klarheit und Leichtigkeit in den Alltag bringen kann, erfährst du hier.

Was ist Meditation?

Das Wort Meditation wird unterschiedlich verwendet und hochgespielt, was zu Verwirrung darüber führt, wie der Begriff zu verstehen ist. Man kann damit das tiefe Nachdenken über ein Thema, den Prozess der Selbstbetrachtung oder auch das Sein im Hier und Jetzt bezeichnen.
Die Meditation, die ich hier anspreche, hat zum Ziel, den Geist zu beruhigen, die Stimmen im Kopf zur Ruhe zu bringen und in Folge dessen innere Balance zu ermöglichen. Anders ausgedrückt soll sie uns vom Modus des ständigen Grübelns und Reflektierens in den Modus des einfachen Seins bringen.

Am besten erfährst du was Meditation ist, wenn du es mit zwei Schritten ausprobierst.

Meditation in zwei Schritten erfahren

Versuche folgendes:

  1. Höre auf all die Geräusche um dich herum.
  2. Lausche der Stille zwischen diesen Geräuschen.

Das ist im Grunde Meditation. Das Gefühl ist vergleichbar mit Momenten des Genusses, wenn du im Jetzt bist, eine schöne Melodie hörst, eine gute Zeit mit Menschen verbringst oder etwas Geschmackvolles isst, mit dem Unterschied, dass hier dieses Gefühl von innen kommt und jederzeit da sein kann, unabhängig von den äusseren Umständen. Wann immer du zur Ruhe kommen willst, kannst du zu dieser einfachen Übung in zwei Schritten zurückkehren.

Wie du Meditation aktiv in dein Leben einbauen kannst und was es dir bringt, erkläre ich in den nächsten zwei Abschnitten.

Meditation

Vorteile und Wirkung

In spirituellen Zirkeln hat Meditation oft das Ziel, eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen. Die westliche Medizin misst die daraus entstehenden Veränderungen in einer neurologischen Veränderung der Hirnwellen, im Verlangsamen des Herzschlags, in einer vertieften Atmung und in der Entspannung der Muskeln. Nachgewiesene Effekte sind unter anderem die Verringerung von psychologischem Stress (Goyal et al. 2014), sowie positive Veränderungen des Gehirns (Lazar et al. 2005, Pagnoni et al. 2007).

Was das für dich heisst:

Fokus: Das Bewusstsein im Jetzt, frei von den Stimmen in unseren Köpfen, erlaubt uns, voll und ganz bei der Tätigkeit zu sein, die wir gerade machen.

Klarheit: Aus der Position des Seins heraus sind Dinge, welche vorher kompliziert und schwierig waren, plötzlich ganz klar und einfach. Es fällt uns leichter, Herausforderungen anzugehen und geplante Aufgaben umzusetzen.

Kreativität: Die aus der Meditation entstehende Leere ermöglicht uns, neue kreative Lösungen zu finden. Leeren wir unseren Geist sind wir flexibel im Denken und Handeln und schaffen die Voraussetzung für Neues.

Empty your mind, be formless. Shapeless, like water. - Bruce Lee

Zeit: In unserem Denken Raum zu schaffen, schenkt uns mehr Zeit, weil wir dadurch mehr Zeit in der Welt und im Tun anstatt in unserem Kopf verbringen. Ausserdem verschafft uns der Raum auch Zeit, um unser Handeln bewusst zu gestalten.

Willensfreiheit: Wir sind uns des Momentes zwischen Aktion und Reaktion bewusst und handeln nicht nur instinktiv nach alten Mustern, sondern bewusst. So gestalten wir unser Leben nach unseren Vorstellungen.

Wie kann ich beginnen?

Meditation kann verschiedenste Formen annehmen. Wir unterscheiden zwischen aktiven und passiven Formen der Meditation.

Passive Meditation

Bei passiven Arten der Meditation begibst du dich in einer bewegungslosen Position  mit den zwei beschriebenen Schritten in einen meditativen Zustand. Suche dir einen ruhigen und für dich angenehmen Ort in deiner Wohnung oder in der Natur aus. Setze dich im Schneidersitz hin, schliesse deine Augen und konzentriere dich auf die Ruhe und auf deine Atmung. Deine Augen können dabei offen oder geschlossen sein.

Ich bevorzuge es, bei der passiven Meditation mit geschlossenen Augen mit dem Rücken auf dem Boden zu liegen. Finde die Art, die für dich am angenehmsten ist.

Aktive Meditation

Bei der aktiven Meditation passiert bei dir im Inneren dasselbe wie bei der passiven Meditation, jedoch mit dem Unterschied, dass du gleichzeitig aussen körperlich aktiv bist. Diese Praxis ist in verschiedensten Kampfsportarten und in Disziplinen wie Yoga und Qi-Gong weit verbreitet. Wenn du schon einige Bewegungsabläufe aus den genannten Beispielen kennst, kannst du diese gut für deine meditative Praxis verwenden. Repetitive Bewegungsabläufe eignen sich dafür ebenfalls. Ansonsten können aktive Meditationsübungen auch in Gruppenkursen gelernt werden.

Meditation in den Alltag integrieren

Ich empfehle dir, eine meditative Übung zu wählen, welche dich besonders anspricht und diese anfangs mindestens fünf Mal pro Woche für je 5 Minuten zu machen. Plane diese Zeitspanne in deine tägliche Routine ein und nehme dir vor, Meditation als einen wichtigen Teil deines Tages zu sehen. Du weisst, dass du tatsächlich meditiert hast, wenn du dich danach gelassener fühlst als zuvor.
Wenn du dich bereit fühlst oder das Verlangen verspürst länger zu meditieren, kannst du deinen Zeitblock stetig ausweiten oder mehrere Meditationszeiten am Tag einplanen.

Wenn es dir schwer fällt, entspannt zu bleiben oder du einfach Abwechslung in deine Routinen reinbringen möchtest, kann ich dir empfehlen, mit Kopfhörern und instrumenteller Musik zu meditieren oder an einer der vielen Meditations-, Yoga-, Qi-Gong- oder Kampfkunst-Klassen, die heute angeboten werden, teilzunehmen.

Wie wirst du Meditation in dein Leben integrieren?
Oder, falls du regelmässig meditierst, welche Methode gefällt dir am besten?

Grüsse
Prosper

P.S. Falls dir der Artikel gefällt, freuen wir uns über Shares und Likes.

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